Figaros Hochzeit: Licht

Hans Fründt, Lichtdesigner:
Es kann im Theater nicht darum gehen, einen naturalistischen Ansatz zu verfolgen: Theaterlicht ist immer künstliches Licht, und das wird immer erkennbar sein. Es ist nicht möglich, zum Beispiel eine „echte Sonne“ zu zeigen. Wir arbeiten mit künstlichem Licht in künstlichen Räumen, und damit müssen wir eine ehrliche Wirkung erzeugen. Es geht letztendlich um die Aussagen und um die Inhalte, die durch das Licht transportiert werden, durch die mit Hilfe des Lichts erzeugten Stimmungen.

Hannes Sesemann, Lichtdesigner:
Das spannende am Element „Licht“ ist für mich, dass es für sich alleine überhaupt nicht wahrnehmbar ist: Licht ist unsichtbar, nur im Zusammenspiel mit dem Element, das angeleuchtet wird, wird das Licht überhaupt erst erkennbar. In diesem Wechselspiel beeinflusst das Licht aber ganz entscheidend die komplette Szene: Es prägt die Elemente oder Figuren, die es anstrahlt, und es bestimmt zu einem großen Teil die subjektive Wahrnehmung des Betrachters, auch auf der emotionalen Ebene.